Einfach zu langsam

Ich habe gerade mit meinem Mann zusammen einen Film angeschaut.

Nach zehn Minuten hat mein Mann mich gefragt: „Wie gefällt dir der Film?“

 

Wir kennen uns jetzt schon viele Jahre und deshalb weiß ich, dass er mir durch die Blume eigentlich etwas über sich sagen wollte mit dieser Frage, nämlich: „Mir gefällt der Film nicht so richtig…“.

 

Ich wusste auch gleich, warum ihm der Film nicht so richtig gefällt: Er war zu langsam.


Die Geschichte war langsam. Die Kamera war langsam. Die Dialoge, die Schauspieler, die Handlung – alles langsam.


Also habe ich gesagt: „Der Film ist langsam, Schatz, sonst nichts…“ und dabei habe ich gegrinst, ohne ihn anzuschauen, weil ich wusste, dass er weiß, was ich ihm sagen will.


Und dann habe ich richtig spüren können, körperlich spüren können, wie er sich neben mir auf dem Sofa entspannt hat. Und sich auf dieses Tempo eingelassen hat.


Hinterher hat er mich geküsst und gesagt: „Es war ein sehr schöner Film, Schatz…“. Nun lag das Grinsen bei ihm.

 

Hast du schon in meinen Podcast reingehört? Hier geht’s nicht zur aktuellen, aber einer durchaus passenden Folge: Ein Hoch auf die Langsamkeit!

Warum mir der Film von Anfang an richtig gut gefallen hat?

 

Weil ich selbst immer ein Tick zu langsam bin für diese Welt. Ich fühlte mich abgeholt. Endlich mal mein Tempo, so richtig schön langsam.

 

Also, bitte nicht falsch verstehen, meine Gedanken sind schnell, meine Auffassungsgabe ist schnell, meine Intuition ist sogar mehr als schnell, superschnell.

Aber alles andere in mir ist langsam.

 

Schon in meiner ersten schriftlichen Beurteilung nach Abschluss der 1. Klasse stand: »Caroline arbeitet sehr sorgfältig, aber zu langsam.«

 

Beim Sportunterricht habe ich manchmal so viel Zeit gebraucht, mir meine Sportkleidung anzuziehen, dass die Sportstunde bereits vorbei gewesen ist, als ich endlich fertig war mit Umziehen.

 

Ich kam mir lange falsch vor. Ich wurde ermahnt und geschimpft. Mein langsames Tempo wurde mir übermittelt als ein Makel.

 

Erst später als erwachsene Frau habe ich mich dann gefragt: Was heißt das denn, zu langsam? Zu langsam für was? Für wen?

 

Und bin zu dem Schluss gekommen: Es ist einfach mein Tempo.

 

Und seitdem achte ich sehr genau auf das Tempo, wenn ich mit jemandem arbeite.

 

Du kannst Erkenntnisse nicht schneller herbeirufen, indem du das Tempo erhöhst.

Im Gegenteil. Damit du einen echten Gewinn hast, solltest du vor allem zurück zu deinem Tempo finden.

 

 »Nur in einem ruhigen Teich spiegelt sich das Licht der Sterne«,

sagt ein chinesisches Sprichwort.

Die meisten Frauen, die zu mir in die Beratung kommen, haben so ein hohes Alltags-Tempo, dass sie sich selbst nicht immer gut mitkriegen. Und dann spiegelt sich da wenig, weder das Licht der Sterne noch sonst was.

 

In den meisten Beratungen muss ich tatsächlich erst einmal das Tempo drosseln.

 

Stell dir vor, du landest voller Elan und Energie, vielleicht auch mit einer gewissen Aufregung, bei mir in der Beratung und dann werden wir erstmal langsamer… und langsamer… und langsamer … bis du es plötzlich wieder richtig gut spüren kannst: »Da bin ich! Hier bin ich!«

 

Ja genau, hier bist du. Traurig, wütend, überfordert, einsam, was auch immer – jedenfalls kannst du es wieder spüren.

 

In dieser Minute, in diesem Moment.

 

Und von hier aus kannst du starten. In einen Prozess. In eine Entwicklung, einen Ablauf, ein Geschehen – bis hin zu einer Erkenntnis.

 

Und diese Erkenntnis reicht oft viel tiefer, als wenn du in deinem Hustle-Modus geblieben wärst.

 

Das ist vor allem dann eine spannende Erfahrung, wenn du – wie mein Mann bei dem Film heute – hibbelig und kribbelig wirst, wenn das Tempo mal runtergefahren wird.

 

Eine meiner größten Anliegen, wenn du zu mir in die Beratung kommst, ist »Entlastung«.

 

Wir tragen alle unser Gepäck – aber es sollte uns nicht zu Boden ziehen.

 

Wenn du nach Veränderung suchst und die Kraft der Mode dafür nutzen willst, dann ist eine der ersten Maßnahmen auf dem Weg zum Erfolg:

Komm zur Ruhe. Pause-Taste drücken. Ausatmen. Kopf leer machen. Und dann erst in die Veränderung gehen.

 

Ich halte es da ganz mit der großen Dichterin Elizabeth Barrett Browning:

»Nichts bringt uns auf unserem Weg besser voran als eine Pause.«

Wenn das für dich spannend klingt, dann schau gerne auf meine Angebots-Seite, vielleicht ist etwas Passendes für dich dabei.

 

Hier kommst du direkt zu meiner Angebots-Seite: Was ich anbiete

P.S. Falls du den Film anschauen möchtest, der so herrlich langsam ist, dann nur zu: »Ruth & Alex – Verliebt in New York« mit Diane Keaton und Morgan Freeman. (2014)

 

 

 

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